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Kapitel 2 BauUnwesen

2. Deutsches BauUnwesen

 Die Grundlage für eine staatlich organisierte Misswirtschaft

Das Kapitel 2 zeigt die »Untiefen« und Betriebsgeheimnisse des Baugeschäfts. Es wird dargestellt, was das Leben der Akteure prägt und wie diese im BauUnwesen ihr wirtschaftliches Überleben sichern. Das Handeln und Verhalten der einzelnen Akteure wird dabei nur als logische Reaktion auf gegebene Regeln und Rahmenbedingungen betrachtet. Es soll nicht gewertet und keine Berufsgruppe angegriffen werden. Wie Normen, Gesetze und Verordnungen für das BauWesen zustande kommen und wie sie sich auswirken, wird allen verständlich. Es ist erschütternd.

Unterkapitel

  • Nachträge – Grober Missbrauch einer sinnvollen Sache
  • Das Überleben als Auftragnehmer bei Bauprojekten
  • Deutschlands BauUnwesen: Staatlich reglementiert
  • Normungswesen und NormungsUnwesen in Deutschland
  • Beratende Ingenieure als Nutznießer und Leidtragende

Nachträge – Grober Missbrauch einer sinnvollen Sache

Bei einem Bauprojekt sind nur diejenigen Dinge verbindlich fixiert, die in einer Genehmigungsplanung vom Architekten beschrieben und von der Baubehörde zur Umsetzung freigegeben sind (roter Punkt). Der Rest, der ein Gebäude und seine Funktionen ausmacht, ist variabel und frei gestaltbar. Diese Freiheit darf der Bauherr nutzen. Er muss sie sogar nutzen. Es ist eine Leere, die er füllen muss.

So kann ein Nachtrag aussehen. Der Hochwasserschutz war nicht geplant und nicht budgetiert. Er wurde »vergessen«. Er wird aber gebraucht. Er wird nachträglich ins Bauprojekt dazu gepackt. Das wird dann sehr teuer und trotzdem schlecht gemacht. Die Zeit drängt ja.

Alle projektbeteiligten Planer und der Architekt wollen sehr früh möglichst viel und möglichst genau wissen, wie das Bauwerk später aussehen und funktionieren soll. Wie und von wem wird es genutzt? Wer sitzt wo und macht an welchem Platz was? Wo sollen die Lichtschalter hin, welche Lampen sollen rein?

In dieser frühen Phase ist der Bauherr systematisch überfordert. Er weiß vieles einfach selbst noch nicht. Er hat keine Zeit, sich schon so eingehend mit dem neuen Projekt zu beschäftigen oder er kann seine Vorstellungen noch nicht in einer strukturierten Form beschreiben. Das ist eine sehr entscheidende Phase für das Verständnis des weiteren Projektverlaufs. Das Beste wäre, zu warten, bis alles bekannt und sicher auch richtig beschrieben ist. Verhält sich ein Bauherr jedoch so und wartet, bis er sicher alles weiß, würden viele Bauwerke nie gebaut. Es kann auch sein, dass beim Warten auf noch offene Punkte der Spezifikationen sich bereits fixierte Vorgaben wieder ändern oder der Gesetzgeber neue Richtlinien in Kraft setzt. Warten wäre prinzipiell ideal, ist aber leider in der Realität nicht praktikabel.

Beim Spatenstich: So (un)vollständig beschreibt die Planung (Bausoll) das künftige Gebäude.

Deshalb wird die Planung üblicherweise mit einem unvollständigen Anforderungsbild begonnen. Man beginnt eigentlich immer »zu früh«.

Aus diesem Grund kann die Presse mit Fug und Recht die Probleme bei Bauprojekten immer auf Planungsfehler zurückführen. Diese Erklärung hat immer einen wahren Kern.

Wird mit der Planungsfreigabe zu lange gewartet, ist der Zieltermin nicht mehr zu halten. Das geht auch nicht. Also wird eine Planung gemacht und vom Bauherrn freigegeben. Er ist für falsche Angaben und Lücken verantwortlich. Natürlich auch für alle Folgen, die sich aus dem »zu frühen« Start ergeben. Dies wird jeder Richter genauso sehen, falls es später Streitfälle mit Auftragnehmern geben sollte.

 

Vorstellung BauUnwesen mit kostenloser Audio und Videodokumentation: